02. August 2019

Wenn ein digitaler Service das Geschäft verhagelt

Dies soll keine Abhandlung darüber werden, wie böse der GAFA-Gigant Google ist und wie machtlos wir alle doch gegenüber dem Konzern sind. Dieser Beitrag soll sensibilisieren für die enorme Wirkung vermeintlich kleiner, digitaler Services.

Im konkreten Fall leidet das Bräustüberl in Tegernsee an der fehlerhaften Google-Darstellung der Wartezeiten auf einen freien Platz im Lokal. Die Kunden bleiben weg. Besser gesagt, die wichtige Klientel der Busfahrer meidet aufgrund der Google-Infos das Stüberl, weil sie Unannehmlichkeiten für sich und für ihre Gäste befürchten. Selbstverständlich ist Betreiber Peter Hubert gut beraten, alles daran zu setzen, den Umstand zu ändern – wenn es sein muss, mit juristischen Mitteln.

Für uns als Digitalagentur ist die Machtverschiebung, weg von analogen Serviceleistungen hin zu digitalen Prozessen, allgegenwärtig. Weshalb dann dieser Blogbeitrag? Weil wir Stellung beziehen wollen und allen mittelständischen Unternehmen eindringlich empfehlen:

1. Stellen Sie sich der (vermeintlich neuen) Realität und entwickeln Sie in Eigenregie solide, digitale Services.

2. Überlassen Sie die Entwicklung digitaler Services nicht anderen sondern bauen Sie sich eine eigene Infrastruktur auf und pflegen Sie ihre eigenen Kanäle.

Im konkreten Fall war Wirt Peter Hubert sehr gut beraten, den Kampf gegen Google öffentlich zu machen und sich an die Presse zu wenden. Google hat die Wartezeitenanzeige für das Stüberl tatsächlich deaktiviert (siehe Screenshot, Stand 3. August 2019).

Und jetzt kommt die konkrete Empfehlung von dreizunull: Wenn man erkannt hat, wie relevant ein digitaler Service sein kann, dann sollte man alles daran setzen, diese Erkenntnis zu seinem eigenen Vorteil zu nutzen. Aktuell findet sich auf der Website des Braustüberls www.braustuberl.de weder eine Webcam mithlife derer man sich ein eigenes Bild machen könnte, noch eine eigene Darstellung der Stoßzeiten/ Auslastung/ Wartezeiten, wie sie z. B. an das Kassensystem gekoppelt sein könnte, um so potenziellen Gästen besagten, aktuellen, dynamischen Service zu bieten.

Fazit: Man kann die Macht digitaler Services gar nicht unterschätzen – und wenn man einen relevanten Service entdeckt hat, sollte man alles daran setzen, ihn in seinen eigenen Kanälen zu etablieren statt an unbekannte Dritte zu delegieren.

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Sascha Herbst, Geschäftsführer, Strategie & Beratung

Sascha Herbst

Strategische Beratung & Geschäftsmodelle